Seminare zur Selbsterkenntnis

Seminarreihe „Selbsterkenntnis“

Im letzten Jahr haben wir mit einer Reihe von Seminaren begonnen, mit denen wir Menschen darin unterstützen wollen,
ein erfülltes Leben führen zu können.
Wir haben sie unter die Überschrift „Selbsterkenntnis“ gestellt, weil diese eine notwendige Voraussetzung
für ein glückliches Leben ist und Selbsterkenntnis in jedem Treffen im Mittelpunkt stehen wird. Nur wer sich genau kennt,
kann frei werden von Konditionierungen, über selbst gesetzte Grenzen hinaus gehen und letzten Endes frei werden von sich selbst.
Ein erfülltes Leben ist der Verwirklichung der Liebe gewidmet. Eine Voraussetzung dafür ist das genaue und möglichst vollständige Kennen der eigenen Denkmuster und Verhaltensweisen. Erst dann können diese sich auflösen, wir können anfangen, unser Leben in einem größeren Zusammenhang zu sehen und unseren Platz darin zu finden.


Beim ersten Seminar haben wir uns mit der Angst beschäftigt. Das nächste Treffen ist für den 4. März 2018 geplant. Wir werden uns anschauen, wie ein sinnvoller Umgang mit Emotionen aussehen könnte, also mit Neid, Geiz, Ärger, Aggressivität, Eifersucht usw.


 

Das Ende der aggressiven Gefühle

Es erscheint uns normal, uns zu ärgern, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Wir schauen nicht genau hin, was in uns gerade abläuft, sondern halten den Ärger für die natürliche unmittelbare und angemessene Reaktion.
Genauso haben wir Verständnis für Menschen, die eifersüchtig sind, wenn ihr Partner außer ihnen noch einen weiteren Menschen liebt. Selbst Menschen, die es als eines ihrer Ziele ansehen, der Liebe in der Welt wieder zum Blühen zu verhelfen, kommen mit solchen Situationen meist nicht zurecht und wollen dem Lieben dann Grenzen setzen.
Andere aggressive, gegen andere Menschen gerichtete Gefühle wie Neid, Missgunst, Geiz, Schadenfreude, Gewalttätigkeit in Worten oder Taten werden gesellschaftlich weniger toleriert. Wenn wir sie bemerken, verbergen wir sie meist nach außen. Sogar nach innen, also der eigenen Wahrnehmung gegenüber, haben viele Menschen einen Schutz, einen Filter, der sie diese Gefühle kaum erkennen lässt. Um das schöne Bild, das wir von uns selbst haben, nicht zu stören, werden sie unterdrückt oder, wenn das nicht zufriedenstellend gelingt, wenigstens gerechtfertigt.

Das Auftreten dieser aggressiven Gefühle beeinträchtigt nicht nur unseren Seelenfrieden, sondern verhindert auch eine angemessene wertschätzende Einstellung den anderen Menschen gegenüber. Vor allem das Ausleben von Ärger und verbale Gewalt wirken sich störend auf die Beziehungen aus. Einem potentiell emotionalen Menschen gegenüber verhält man sich eher zurückhaltend. Man will ihn nicht reizen. Damit ist die Beziehung zu Ende, bzw. auf einen oberflächlichen Kontakt reduziert.

Zum besseren Verständnis unserer Innenwelt, der Welt unserer Gemütsbewegungen, ist es hilfreich, eine Unterscheidung einzuführen zwischen den unmittelbaren Gefühlen, einem inneren Geschehen, und den eigentlich erst von uns erzeugten Gefühlen, für die wir das Wort „Emotionen“ benutzen möchten. Hier weist die Wortherkunft aus dem Lateinischen darauf hin, dass eine Bewegung nach außen stattfindet.

Zu den tiefsten unmittelbaren Gefühlen gehören Trauer und Enttäuschung. Etwas wird uns genommen oder ist nicht so, wie wir es erwartet haben. Andere, aufgrund äußerer Ereignisse unmittelbar auftretende Empfindungen sind Ohnmacht, Verlassensein und Zukurzgekommensein.
Im Gegensatz zu den Emotionen sind diese Gefühle still. Solange wir im Fühlen bleiben, ohne Ausweichen, ohne Denken, findet keine innere Bewegung statt. Da sie jedoch nicht angenehm sind, wollen wir sie loswerden. Wir hadern mit dem, was ist. Wir suchen nach einer Lösung, einem Ausweg, wollen die Welt, die Lebenssituation verändern, um nicht diese schweren Gefühle ertragen zu müssen. Damit beginnt eigentlich erst das wirkliche Leiden.

Ist es natürlich, Emotionen zu haben?
Verdecken Emotionen ein tieferes Leid und verhindern damit dessen Auflösung?
Ist Emotionslosigkeit gleichbedeutend mit Gefühllosigkeit?

Wir sind der Ansicht, dass dem Auftreten aller aggressiven, gegen andere gerichteten Gefühle der gleiche automatische innere Ablauf zugrunde liegt. Wenn das so ist, könnte im Aufdecken dieses Ablaufs die Lösung liegen. Man müsste nicht mehr jede der möglichen Emotionen einzeln angehen, sondern durch ein grundsätzliches Verständnis wäre ein Umgang mit ihnen generell möglich, der ihre behindernde Wirkung nicht zur Entfaltung kommen lässt.
Wir wollen die innere Veränderung untersuchen, die erforderlich ist, um mit auftretenden Emotionen still bleiben zu können – nach innen und nach außen. Es geht nicht um Unterdrückung oder eine lediglich oberflächliche Verhaltensänderung, sondern um ein genaues Verstehen der Vorgänge in unserem Inneren, wodurch den Emotionen die Kraft genommen wird, unsere Ruhe zu stören. Der Wille zu dieser Veränderung kommt aus der Einsicht, dass Emotionen grundsätzlich leidvoll sind und das Glücklichsein verhindern.

Wir arbeiten mit Gesprächen, Wahrnehmungs- und Begegnungsübungen, Arbeit in Kleingruppen und Stille.

Ort: Fischbachtal, Hindenburgstr. 18
Datum und Zeit: Sonntag, 4. März 2018, 11 bis 17 Uhr
Gebühr: 90 € bei Anmeldung bis eine Woche vorher, danach 110 €

Ernst und Christine Adams
Tel. 06166-8272
ernstadams@gmx.de

 


Vorgesehene weitere Themen:

Die Bedeutung des sinnlichen Wahrnehmens – Fühlen, Lauschen, Schauen
Denken und Fühlen – Die Vorherrschaft des Denkens
Der Umgang mit den schweren Gefühlen: Verlassensein, Ohnmacht, Trauer
Die Struktur unseres Bewusstseins
Einsamkeit und Allein-sein-Können
Meditation und Stille
Liebe